Ein Pfund Mett bitte!

Ich wollte mir Rambo eigentlich nicht im Kino angucken, schon alleine deshalb weil die FSK-18 Fassung immer noch um gut 60 Sekunden geschnitten ist. Hört sich zunächst nach wenig an, wenn es sich dabei jedoch einzig und alleine um Gore-Szenen handelt, dann ist das doch schon einiges.

Da traf es sich doch irgendwie gut, dass Venlo eigentlich nur einen Katzensprung entfernt von Wuppertal ist. Eigentlich wollten wir nur einkaufen fahren, doch als wir da waren dachten wir uns, was solls, können wir ruhig auch noch Rambo gucken gehen. Ist ja nicht so, dass man hier von den Dialogen erschlagen wird.

Die Story von Rambo ist schnell erzählt, eine Gruppe von Missionaren dachte es sei eine tolle Idee, den armen kriegsleidenden Menschen in Burma mit Hilfsgütern und dem Wort Gottes zu helfen. Das endet jedoch jäh, als ein Trupp burmesischer Soldaten das Dorf stürmt, alle Bewohner niedermetzeln und die Missionare gefangen nimmt. Als diese dann nach einer Woche immer noch nicht wieder aufgetaucht sind, heuert der Reverent eine Gruppe von Söldnern und natürlich John Rambo an, seine Schafe zu befreien. Das die sich nicht mögen ist natürlich Ehrensache, und der Film scheut sich auch sonst vor keinem noch so abgedroschenen Klischee.

Viel wichtiger ist natürlich, wie ist die Action? Diese ist tatsächlich unglaublich brutal. Während man in letzter Zeit mit dem Trailer bereits alles gesehen hat hält Rambo hier wirklich was er verspricht. Nahezu non-stop Action die ziemlich schonungslos dargestellt wird. So werden den Gegnern die Kehlen herausgerissen, Gliedmaßen abgetrennt, Menschen werden über Minen gejagt, blutig erschossen, ausgeweidet oder sonstwie in menschlichen Fleischsalat verhackstückt. Das der Film dadurch ziemlich unangenehm zu gucken ist sollte einem vorher klar sein, er ist jedenfalls nichts für zartbesaitete Gemüter. Es dürfte sich bei Rambo wohl um den brutalsten Mainstream Film aller Zeiten handeln.
Rambo selbst ist wortkarg wie immer, allerdings hat man Stallones alter von bald 60 Jahren wunderbar in den Film eingebaut. Während es in den früheren Rambos Einzelaktionen ohne Ende gab, hält sich John hier eher zurück, kämpft aus der Ferne, schleicht sich an, überlistet den Gegner. Alles andere hätte ich wohl auch nicht ernst nehmen können.

Aber wie sieht es in Hinsicht auf die Moral der Geschichte aus? Wir alle können uns heute nur noch über die Naivität der Filmemacher wundern, als man sich mit Rambo III als Propaganda-Instrument benutzen ließ und von den Ehrbaren Mudschaheddin sprach. Im Grunde gibt es hier nur einen Tenor, Krieg ist die Hölle. Ist die Gewalt realistisch dargestellt? Mit Sicherheit nicht, zumindest fliegen laut Mythbusters Menschen nicht durch die Gegend wenn sie von Snipern abgeknallt werden ;-)
Interessant fand ich auch, dass man den Glauben der Missionare hier doch sehr deutlich demontiert hat. Von den Grundsätzen bleibt am Ende nicht mehr viel übrig, vor allem als Mr. “einen Menschen zu töten ist niemals gerechtfertigt” am Ende den Soldaten erschlägt.

Zu guter letzt endet aber Rambo versöhnlich mit der Heimkehr der verloren Sohns. Nicht das man dies unbedingt als Happy End werten muss, aber vielleicht ist es vergleichbar mit dem Ende von A History of Violence, es besteht zumindest Hoffnung.

Mein Fazit? Tja, das ist schwer zu sagen. Einerseits sieht Stallone verdammt alt aus, schlimmer als noch zu Rocky Balboa. Fett und aufgedunsen ist er. Trotzdem kann man nicht sagen, dass er im Film wie ein Rollstuhlfahrer wirkt, vor allem wenn man sieht wie schnell er noch durch den Dschungel flitzen kann. Unterhaltsam ist er. Und unangenehm anzuschauen. Gut würde ich sagen.

7,5/10 Punkte

2 Antworten zu “Ein Pfund Mett bitte!”

  1. ment0r sagt:

    Läuft mit NL-Untertiteln oder?

  2. Daniel sagt:

    Ja, englisch mit NL Untertiteln.

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