Pet Sematary

www.ImageBanana.net - petsemataryposter.jpg Das Problem von Filmen die auf Stephen King Romanen basieren ist oftmals, dass sie leider nicht wirklich mit der literarischen Vorlage mithalten können, oftmals sogar einfach nur schlecht sind (da fällt mir z.B. spontan der wirklich schlechte Langoliers Zweiteiler ein). Pet Sematary ist sicher einer der wenigen guten Verfilmungen, die auch mit der Zeit ihre Wirkung nicht verlieren.

Dabei ist es nicht einmal die Besetzung die diesen Film so gut macht. Dale Midkif alias Louis Creed ist den meisten wohl, wenn überhaupt, eher durch die mäßige SciFi Serie Time Trax bekannt, und kommt über wahlweise debil grinsen oder mit traurigen Hundeaugen gucken kaum hinaus, und Denise Crosby alias Rachel Creed hat in Star Trek TNG einen weitaus besseren, wenn auch kurzen, Eindruck hinterlassen.
Trotzdem passen sie irgendwie perfekt in die Rolle der nur oberflächlich glücklichen Kleinfamilie. Abgerundet wird das Ganze vom schrägen Nachbarn Jud, der von Herman Munster Darsteller Fred Gwynne gespielt wird, der zwar auch nicht am Overacting spart, aber durchaus amüsant ist.

Die Story selbst ist eher simpel gestrickt, wer auf dem alten Indianer Friedhof begraben wird weilt am nächsten Tag wieder unter den lebenden, bzw Untoten. Louis hat in dieser Hinsicht reichlich Pech, da ein Familienmitglied nach dem Anderen stirbt, und nicht wirklich so zurückkehrt wie er es sich erhofft hat.

Mary Lambert ist auch nicht gerade bekannt als sonderlich gute Regisseurin. Im Gegenteil, die meisten ihrer Werke zeugen von einem Mangel an Verständnis für Rhythmus und Tempo und wäre wahrscheinlich besser beim Dreh von Musikvideos geblieben.
Pet Sematary bleibt hier wohl die Ausnahme, denn der Film schafft es langsam eine Atmosphäre aufzubauen, und legt ein angenehmes Tempo im Erzählstil vor. Die Tatsache das Stephen King auch das Drehbuch zum Film geschrieben hat dürfte für Mary der Glücksfall gewesen zu sein, eine gute Schablone für den Film zu haben.Zwar setzt der Film vornehmlich auf Spannung und der Erwartungshaltung des Zuschauers, einige fiese Szenen werden einem aber doch immer mal wieder geboten, vor allem Rachels deformierte Schwester fand ich ziemlich eklig, obwohl hier nicht wirklich auf Blut gesetzt wird.
Wer jedoch aufgrund des SPIO/JK Siegels auf ordentlich Gore setzt wird sicher enttäuscht werden, und ich frage mich ernsthaft wieso der Film keine 16ner Freigabe erhalten hat.

Sehr gut ist auch die Musikauswahl. Ein paar Stücke von den Ramones wurden eingebaut, und seien wir doch mal ehrlich, damit kann man schonmal nix falsch machen. Der restliche Score unterstützt sehr schön die Stimmung des Films und hebt ihn auf der hohe Level das er trotz seiner Probleme erreicht.

Zusammenfassend kann man sagen, dass man es hier mit einem schönen atmosphärischen Horrorfilm im wahrsten Sinne des Wortes erhält, der sich recht nah an die Buchvorlage hält. Definitiv vermeiden sollte man aber die Fortsetzung, diese kann man sich getrost sparen.

Insgesamt 8/10 Punkte

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